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Frankreich

L’Arche á Cognac – Communauté de l’Arche

Gesucht werden Freiwillige, die den Alltag mit geistig behinderten Menschen begleiten und teilen. Das bedeutet die Mitarbeit im Haushalt, z.B. Kochen und gemeinsames Essen, das Unterstützen und Mithilfe bei der jeweiligen Arbeit, z.B. in Werkstätten, im Garten oder in der Landwirtschaft, und das gemeinsame Gestalten und Leben der Freizeit, z.B. gemeinsame Spiele, Ausflüge und Feste organisieren und daran teilnehmen. Unterkunft und Verpflegung werden gestellt. Die Freiwilligen sollten bereits Kenntnisse der französischen Sprache mitbringen. Die Arche ist offen für verschiedene religiöse Ausrichtungen und Weltanschauungen.

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Die „Arche Cognac“ ist eine christlich orientierte Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie liegt in Cognac, einem Städtchen nördlich von Bordeaux unweit der französischen Atlantikküste. Die Einsatzstelle gehört zu weiteren Arche-Einrichtungen in der Charente, welche miteinander assoziiert sind. In der Arche Cognac werden mehr als 90 Personen mit geistiger Behinderung in vier Wohngemeinschaften, einer Tagesstätte und extern durch einen Sozialendienst betreut. In den zahlreichen Werkstätten der Einrichtung sind die Betreuten tätig. Die Arche-Einrichtungen sind Lebensgemeinschaften zwischen Menschen mit und ohne Behinderung und haben den Anspruch, Behinderten einen gleichwertigen Platz innerhalb der Gesellschaft wiederzugeben.

Frankreich kurzinfos

  • Offizieller Name

    Französische Republik

  • Klima

    mediterran, atlantisch, gemäßigt

  • Bevölkerung

    67 Millionen

  • Sprache

    Französisch

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Erfahrungsbericht

Ich bin jetzt seit September 2017 in einer Arche-Einrichtung in Cognac (Westfrankreich). 

Cognac liegt etwa mittig zwischen La Rochelle und Bordeaux und ist so gegen 45 Minuten von der Atlantikküste entfernt. Zum Ort erstmal selber, Cognac ist keine besonders große Stadt, aber man findet alles was man so täglich braucht: Klamottenläden, Supermärkte, Bäckereien, Markthalle, Sportanlagen etc. Die Stadt an sich ist schön, man kann auch gut am Ufer der Charente joggen gehen (oder spazieren, Fahrrad fahren, je nachdem). Ich komme selber aus Berlin und bin eigentlich das Großstadtleben gewohnt, aber trotzdem habe ich mich hier direkt sehr gut eingefunden. 

Zum Aufbau erstmal, in der Arche a Cognac gibt es vier verschiedene Foyers - l'Épi, la Sève, Hesed und Agapè. In jedem Foyer wohnen etwa 6 bis 7 Bertreute und 5 Assistenten, bestehend aus dem Hauptverantwortlichen des Foyers "Chef/Chefin" , dem responsable, einem Angestellten und drei Freiwilligen. Bei der Zusammensetzung der équipe wird es bevorzugt, wenn mindestens ein männlicher Freiwilliger dabei ist (es bewerben sich generell mehr Mädchen als Jungen) und nicht mehr als ein(e) Deutsche(r) pro Foyer.

Tagsüber arbeiten die Betreuten dann entweder in ESAT - dort gibt es verschiedene Ateliers, z.B. Gartenarbeit, Arbeit mit Holz, Kerzenfabrik etc. oder in der SAJ - das ist mehr eine Art Beschäftigungstherapie, für die, die nicht in ESAT arbeiten können - wie etwa Pferdekutsche fahren, Vorlesen, Kuscheltiere nähen, Kochen etc. Nicht alle Betreuten aus ESAT und der SAJ leben in den Foyers, es gibt eine Menge Externe, die nur tagsüber zur Arbeit kommen und abends in ihre eigenen Appartements fahren oder zu ihren Eltern, das ist ganz unterschiedlich. 

Ich versuche erst einmal zusammenzufassen aus was so der grobe Rahmen von der Arbeit im Alltag ist. Wenn man ankommt kommt einem natürlich alles neu vor, aber im Grunde genommen laufen die einzelnen Wochentage in der Regel immer etwa gleich ab. Man hat jeden Tag zwei Stunden Pause, in denen man machen kann, was man will und nicht ans Foyer gebunden ist, ich gehe z.B. gerne Joggen oder spiele Gitarre. Man arbeitet sechs von sieben Tagen die Woche, einen Tag hat man frei (der wird mit dem responsablen festgelegt, man kann aber auch tauschen, soweit es mit dem Foyerrhythmus passt) und eins von drei Wochenenden hat man auch frei. Für die freien Tage kann man in Cognac kostenlos in so genannten "lieux de repos" übernachten, das sind kleine Ein – bzw. Zweizimmer- Appartements, die werden von der Arche für die Assistenten zur Verfügung gestellt. Ferientage hat man 30 in 12 Monaten und nach Absprache kann man in den Urlaub fahren, wann man möchte.

Unter der Woche sieht das Alltagsleben dann etwa folgendermaßen aus:

Morgens weckt man die Betreuten und frühstückt mit ihnen, manche sind sehr selbstständig und machen alles selbst, andere werden geweckt und brauchen etwas mehr Hilfe (zum rasieren, Klamotten raussuchen u.ä.). Nach und nach gehen die Betreuten dann entweder selbständig zur Arbeit - ESAT oder SAJ - oder man fährt sie dorthin, das gilt natürlich nur für diejenigen, die einen Führerschein haben.

Bis zum Mittagessen bleibt man dann im Foyer und macht für gewöhnlich sauber, ansonsten hat man Pause oder dienstags gibt es vormittags eine Versammlung der ganzen communauté, mittwochs die Einkäufe, das variiert aber von Foyer zu Foyer. 

Mittags is(s)t man dann in der Mensa von ESAT und alle Assistenten und Betreuten essen zusammen, das ist eigentlich immer angenehm, so lernt man die Assistenten und Betreuten besser kennen, weil man ja sonst eher Zeit mit den Personen des Foyers verbringt und man isst jeden Tag an einem anderen Tisch, das rotiert täglich. 

Nach dem Mittagessen fahren die Assistenten dann werde alle zurück in die Foyers und meistens hat man seine Pause nachmittags, ansonsten gibt es nachmittags unter der Woche manchmal Vorbereitungen, man hat Formationen oder "réunion d'équipe", etc., etc.,... 

Um 17.20 holt man dann die Betreuten von der Arbeit ab oder sie kommen selbstständig zurück zum Foyer, dann isst man zusammen zum goûter und verbringt Zeit zusammen, spielt Spiele oder kocht, abends wird dann gemeinsam gegessen und so gegen halb zehn sind dann alle im Bett ( manche werden begleitet, andere nicht, das hängt dann jeweils von den Personen ab).

Dann geht der ganze Rhythmus wieder von vorne los.. Am Wochenende läuft dann natürlich alles lockerer ab, man steht später auf und macht nachmittags Ausflüge- z.B. ans Meer, ins Kino, bowlen....

Soviel erstmal zum allgemeinen Foyerleben, das hört sich jetzt alles ziemlich stumpf an, aber es macht super viel Spaß zusammen mit den betreuten Personen zu leben und einen Alltag zu teilen, kein Tag gleicht dem davor und man wird jeden Tag aufs Neue überrascht. Dadurch, dass man immer zu 5 in einer équipe ist, verstehen sich vielleicht nicht unbedingt alle gleich gut, aber so ist das nun mal, wenn man zusammenwohnt, und aus den vier Foyers kenne ich keinen Assistenten, der unzufrieden mit seinem Foyer ist. Außerdem habe ich wahnsinnig gute Freunde hier gefunden, die meisten davon andere Freiwillige - die eben auch alle ziemlich jung sind, das heißt. so zwischen 18 und 24. Ich konnte von Anfang an relativ gut Französisch, aber ich weiß von anderen, bei denen es auf der Sprachebene schwieriger war, dass man sich trotzdem nicht ausgeschlossen fühlt und sich schnell einlebt und an die Sprache gewöhnt. 

Insgesamt hätte ich mit meinem Freiwilligendienst glaube ich wirklich kaum mehr Glück haben können, ich habe hier alles was man braucht... Ich habe von den anderen kochen gelernt,  angefangen Gitarre spielen zu lernen - meine Kollegin hat es mir beigebracht-, ich habe gute Freunde gefunden, mein Französisch verbessert und unfassbar viel von den Betreuten und den anderen Assistenten gelernt. 

Natürlich hat man durch die wenigen freien Tag nicht unglaublich viel Freizeit- und dessen sollte man sich auch im Voraus schon bewusst sein-, aber die "Arbeit" macht Spaß und deswegen kompensiert das das Ganze ziemlich gut. Man muss außerdem nein sagen können, sonst wird man ständig und ununterbrochen um Hilfe gebeten und kommt nicht dazu, auch mal eine Pause einzulegen, weil es für die Betreuten oft schwer einzuschätzen ist, wo die Limits liegen.

Wenn man die zwei kleinen Punkte beachtet, dann kann ich die Arche nur empfehlen und es gibt so gut wie kaum Freiwillige, die im Nachhinein bereuen, in einer Arche Einrichtung gewesen zu sein. 

Deswegen: ENSEMBLE ÇA M'ARCHE!

18.3.2018

Frankreich kurzinfos

  • Bevölkerung

    67 Millionen

  • Klima

    mediterran, atlantisch, gemäßigt

  • Offizieller Name

    Französische Republik

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